Getränkedosen wachsen und gewinnen an Bedeutung
Die Getränkedose gewinnt im Getränkemarkt wieder an Bedeutung. Was lange als eher austauschbare Massenverpackung galt, entwickelt sich zunehmend zu einem dynamischen Format. Nach den vorliegenden Angaben legten Getränke in Dosen zuletzt in Deutschland um rund zwölf Prozent zu. Damit entwickelte sich das Segment deutlich dynamischer als die klassische PET-Flasche.
Die Entwicklung verändert auch die Anforderungen an die Getränkeindustrie. Verpackungen müssen nicht nur den Produktschutz gewährleisten, sondern zugleich praktische Nutzung, Markenkommunikation und Recyclingfähigkeit berücksichtigen. Die Dose vereint diese Funktionen und wird damit für Getränkehersteller und Marken zunehmend interessant.
Neue Abfüllkapazitäten in Deutschland und Australien
Ein Beispiel für die Entwicklung ist Coca-Cola Europacific Partners Deutschland. Das Unternehmen baut am Standort Halle eine neue Dosen-Abfülllinie auf, die nach den vorliegenden Angaben voraussichtlich im Sommer 2026 den Betrieb aufnehmen soll. Sie ergänzt die bestehenden PET-Abfülllinien.
Auch international investieren Getränkehersteller in zusätzliche Kapazitäten. Asahi Beverages hat in seiner Brauerei im australischen Queensland eine neue Dosenanlage eingeweiht. Die Investition beläuft sich auf 60 Millionen australische Dollar. Die Anlage soll täglich mehr als zwei Millionen Dosen produzieren können. Dazu zählen Produkte der Marken Great Northern, Victoria Bitter und Carlton Dry.
Melanie Hignett, Head of Manufacturing bei Yatala, verweist auf die steigende Nachfrage australischer Bierkonsumenten nach Dosen statt Flaschen. Die Investition soll zugleich Arbeitsplätze in Queensland schaffen und Vorteile im Bereich Nachhaltigkeit mit sich bringen.
Die Beispiele zeigen, wie Hersteller ihre Produktionskapazitäten an veränderte Nachfrage- und Konsumgewohnheiten anpassen. Neben PET-Flaschen rücken Dosen stärker in den Fokus der industriellen Getränkeabfüllung.
Veltins setzt bei Hellem Lager auf die 0,33-Liter-Dose
Auch im deutschen Biermarkt spielt die Dose eine wachsende Rolle. Die Brauerei C. & A. Veltins bietet ihr Helles Lager seit Juni 2025 bundesweit in der handlichen 0,33-Liter-Dose an. Erhältlich ist das Gebinde sowohl einzeln als auch im Sixpack.
„Wir sehen einen klaren Trend zur Dose – sie erweitert nicht nur die Verwendungsmöglichkeiten, sondern passt auch perfekt zu einem aktiven Lebensstil“, erklärt Stefan Wiesmann, Marketingdirektor der Brauerei C. & A. Veltins.
Nach Einschätzung des Unternehmens hat sich die 0,33-Liter-Dose in den vergangenen Jahren als relevantes Gebinde im wachsenden Dosenmarkt etabliert. Besonders im Lagerbiersegment gehört sie inzwischen zu den wichtigen Verpackungsformaten. Das kompakte Format soll vor allem jüngere Konsumenten ansprechen und zugleich neue Käufergruppen erschließen.
Das Beispiel verdeutlicht, dass die Dose nicht allein bei Energy-Drinks oder Erfrischungsgetränken gefragt ist. Auch Biermarken nutzen sie, um ihre Produkte für unterschiedliche Konsumsituationen verfügbar zu machen.
Energy-Drinks, Craft-Getränke und kleinere Portionen als Wachstumstreiber
Der Dosen-Boom lässt sich auf mehrere Entwicklungen zurückführen. Energy-Drinks haben das Format in vielen Zielgruppen etabliert. Auch Craft-Getränke nutzen Dosen, um neue Produkte zu präsentieren und sich im Handel zu positionieren.
Hinzu kommt die Nachfrage nach kleineren, praktischen Portionsgrößen. Für unterwegs und den unmittelbaren Konsum bieten Dosen ein handliches Format. Gleichzeitig ermöglicht ihre Oberfläche eine aufmerksamkeitsstarke Gestaltung, die Marken und Produkte im Verkaufsregal sichtbar macht.
Die Dose ist damit längst mehr als ein reiner Behälter. Sie übernimmt eine wichtige Rolle bei der Produktpräsentation und kann zur Differenzierung im Wettbewerb beitragen.
Aluminiumrecycling als Argument für die Verpackung
Auch Nachhaltigkeitsaspekte tragen zur Diskussion um Getränkedosen bei. Aluminium lässt sich recyceln und kann bei entsprechender Sammlung und Aufbereitung erneut als Rohstoff eingesetzt werden. Hohe Recyclingquoten gelten deshalb als ein wichtiges Argument für das Material.
Die tatsächliche Umweltbilanz hängt allerdings nicht allein von der Recyclingfähigkeit ab. Auch die Herstellung des Aluminiums, der Anteil recycelten Materials, Transportwege und die Rückführung gebrauchter Verpackungen spielen eine Rolle. Nachhaltigkeitsbewertungen müssen daher den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen.
Verpackungsmix im Wandel
Die wachsende Nachfrage nach Getränkedosen bedeutet nicht zwangsläufig, dass PET-Flaschen an Bedeutung verlieren. Vielmehr zeigt sich, dass Getränkehersteller unterschiedliche Verpackungsformate parallel einsetzen, um verschiedene Konsumsituationen und Zielgruppen zu bedienen.
Die Investitionen von Coca-Cola Europacific Partners Deutschland und Asahi sowie das Dosenangebot von Veltins verdeutlichen, dass sich der Trend sowohl in der Produktion als auch bei der Produktgestaltung niederschlägt. Entscheidend wird sein, wie sich Nachfrage, Produktionskapazitäten und Rohstoffkreisläufe weiterentwickeln.
Die Getränkedose verbindet praktische Eigenschaften mit Markenpotenzial und Recyclingmöglichkeiten – und gewinnt damit im Wettbewerb der Verpackungsformate wieder an Gewicht.





